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Besuch eines alten Bekannten – über Motivation und ihren Lieblingsgegner



Kennen Sie den? Eben noch waren Sie hochmotiviert, willensstark und fest entschlossen. Sie wollten die Gunst der Stunde nutzen und endlich diesen Kilos den Kampf ansagen, die sich über die Jahre hartnäckig an Ihre Hüften geschlichen haben. Oder Sie haben sich schon vor Monaten einen Termin ausgeguckt, um den kaum mehr begehbaren Kellerraum zu entrümpeln: Jedes Teil einmal anfassen, entscheiden ob hopp oder topp. Und dann ist er da, der Moment, an dem Sie es tun wollen, also eigentlich vorhatten, es zu tun, beziehungsweise: Ach, so wichtig ist das jetzt doch nicht.

„Sport? Nein, danke.“

Darf ich vorstellen: Schweinehund, mein Name, innerer Schweinehund, wohlbemerkt!

Ach, wäre es doch Bond gewesen, James Bond, der mich jetzt an seiner unendlichen Selbstdisziplin teilhaben lassen würde. Stattdessen bin ich diesem Viech ausgeliefert, das all meine hehren Wünsche und Ziele seit Anbeginn meines Denkens hämisch sabotiert. Nein, ich bin not amused!

Über die Zeit habe ich etwas über diesen alten Bekannten namens Schweinehund gelernt: Er stellt sich mir immer genau dann in den Weg, wenn ich mich überwinden muss, um etwas Sinnvolles, aber irgendwie auch Anstrengendes zu unternehmen. Wenn ich gerade meine Laufschuhe anziehe, macht er mich auf die heranziehenden Wolken am Firmament aufmerksam. Stehe ich vor der Kellertüre, säuselt er mir was vor von wegen plötzlicher Müdigkeit und Erschöpfung. Damit möchte der Schweinehund vor allem eines: Dass sich nichts ändert, dass ich bequem in der comfort zone verbleibe und bloß nicht an mir arbeite. Somit ist der Schweinehund bei genauerem Hinsehen weder Schwein noch Hund, sondern ein Hase, und zwar ein Angsthase. Und einen solchen muss man beschwichtigen!

Am besten lässt sich der innere Schweinehund damit besänftigen, dass man ihn wie einen guten alten Bekannten begrüßt, sich seine Geschichten mit halbem Ohr anhört und ihm dann das ein oder andere Leckerli anbietet, wenn er uns dafür im Gegenzug machen lässt. Sprich: Ich lasse mich nicht von ihm verführen, sondern verführe ihn einfach selbst! Während ich in den Park zum Joggen trabe, male ich ihm in den schönsten Farben aus, wie toll wir uns gleich fühlen werden. Als Belohnung für den ordentlichen Keller gibt es den nächsten Tag frei und wir gehen Waffeln essen.

Wenn man sich den inneren Schweinehund zum Freund macht, wird das Leben doch bedeutend leichter!

Tanja

Über 

Tanja ist auf der Suche nach allem, was das Leben genussreich und lebendig macht. Zu Essen und Wein sagt sie selten Nö – vorausgesetzt, es ist gut und lecker. Am liebsten kocht sie jedoch selbst. Dabei probiert sie immer wieder neue Richtungen aus, aktuelle Passion: Rohkost. Wenn Tanja nicht gerade beratend oder textend für ihre Kunden unterwegs ist, erfindet sie ihre eigenen Geschichten, die sie auch selbst illustriert – sind aber noch geheim ☺

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