Aus unserer Fasten-Reihe: Einmal vegetarisch – und zurück?

vegetarisch fasten

Frisch und knackig. Salat kommt bei der vegetarischen Ernährung jeden Tag auf den Tisch.

Das neue Jahr, für mich beginnt es erst nach Karneval. Zumindest hier im Rheinland. Gute Vorsätze schon im Januar umsetzen, nur um sie dann an ein paar ausgelassenen Tagen im Februar wieder über den Haufen zu werfen? Das klingt für mich wie „zwei Schritte vor und drei zurück“. Daher starte ich mein persönliches Neujahr traditionell erst am Aschermittwoch. Wie bei vielen Menschen kreisen meine guten Vorsätze alle irgendwie um die Themen Gesundheit, Ernährung, Bewegung. Da bin ich 100% Mainstream. So stand dieses Mal für mich wieder einmal Fasten auf dem Programm, also: fasten im weitesten Sinne. Denn ich wollte nach Jahren intensiven Schwelgens in kulinarischen Sphären noch einmal zurück zu meinen Wurzeln – und wie vor zwanzig Jahren vegetarisch leben. 

„Phase 1: Vegetarierin als Teenie

In den 80ern hatte mich eine Dokumentation über Massentierhaltung von einem Tag auf den anderen zur Vegetarierin gemacht. Zunächst zum Leidwesen meiner Mutter, die ihrer pubertierenden Tochter nun jeden Tag eine Extra-(Tofu-)Wurst braten durfte. Doch mit der Zeit begann auch meine Familie Geschmack am fleischlosen Essen zu bekommen, ich kochte mit zunehmendem Alter immer mehr selbst und wir hatten unsere kleine Vegetarierbibel (Danke, Barbara Rütting!) stets zur Hand. Die Sache gestaltet sich also gar nicht so kompliziert wie eingangs gedacht. In den Zwanzigern schließlich, nach Jahren ohne Fleisch, kam die Umkehr. Ich opferte meine ursprünglichen Gewissensprobleme der Pragmatik und aß hier und da wieder Fleisch. Zuletzt sogar recht häufig.

„Phase 2: Fleischlos mit Vierzig +

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Dünsten erhält viele Nährstoffe und zaubert köstliche, knackige Gemüse.

Die Fokussierung auf Genuss – also Essen gehen, Essen kochen, Leute zum Essen einladen, zu Leuten zum Essen gehen, über Essen reden, lesen, schreiben – musste ja irgendwann ihren Höhepunkt erreichen. Nein, ich bin nicht übergewichtig. Und habe auch keine gesundheitlichen Probleme, die mir mein bisheriges Essverhalten madig gemacht haben. Zumal ich ziemlich qualitätsversessen bin und ein natürliches Verlangen nach Ausgewogenheit habe. Nein, es war einfach nur genug. Ich brauchte eine Pause, wollte mich neu sortieren, irgendwie neu anfangen. Dazu musste ich alles Überflüssige abstreifen, um zu dem vorzudringen, was für mich das Wesentliche ist. Die gute alte Wellness-Frage eben: Was brauche ich wirklich, um genussvoll gesund zu leben? Die Antwort: Jedenfalls nicht unbedingt Fleisch. Logo wusste ich auch schon vor Aschermittwoch, Tag eins meines neuen Lebens als Vegetarierin, dass Gemüse mehr als eine Beilage sein kann. Aber dass ich so derart im Genuss von Hülsenfrüchten & Co. schwelgen würde, wäre mir noch Karnevalsdienstag ziemlich suspekt vorgekommen.

„Phase 3: Und in Zukunft, Veggie forever? Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Ganz eindeutig: Das mit Veggie und mir, das könnte was Ernstes werden. Meine Geschmacksnerven jedenfalls waren noch nie so happy, jeden Tag aufs Neue unbekanntes Terrain zu erobern. Hey, wie viele Gemüse, Kräuter, Getreide ich noch nicht gegessen habe. Da wartet noch einiges an Neuland, das geschält, geschnitten, gehackt und gegessen werden will! Und auch wenn meine Entscheidung pro Vegetarisch nicht gesundheitlich motiviert war: Ich fühle mich eindeutig wohler. Irgendwie leistungsfähiger und besser gelaunt. Ob sich die Umstellung auch auf der Waage niederschlägt? Es ist zu vermuten, zeigen wird es mir der Bikini im Sommer. Bis Ostern hatte ich mir vorgenommen, kein Fleisch zu essen. Aktuell kann ich mir aber sehr gut vorstellen, das auch so weiterzuführen.

PS: Falls hier jemand mein Schwärmen über das köstliche vegetarische Essen anzweifelt – hier kommen Beweisfotos. Noch Fragen?

vegetarisch fasten

Vor dem Genuss kommt: das Vergnügen! Gemüse schnippeln entspannt nämlich ungemein.

 

 

 

 

 

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Fein gewürfeltes Gemüse (hier: Möhren, Kohlrabi, Staudensellerie, Lauch und Erbsen) in Olivenöl leicht anschwitzen. Das duftet einfach göttlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Währenddessen ausgehöhlte Kohlrabi dünsten, das gewürfelte Gemüse mit einem Schuss Sahne ablöschen und Schnittlauch hinzufügen…

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Schließlich dann das Gemüse in die ausgehöhlte, gedünstete Kohlrabi füllen. Ein Wow-Geschmackserlebnis!

 

 

 

Dieser Blogartikel ist Teil einer Reihe zum Thema Fasten. Zuletzt hat Eva über die 5:2 Methode berichtet.

Über die Autorin

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Tanja
Tanja ist auf der Suche nach allem, was das Leben genussreich und lebendig macht. Zu Essen und Wein sagt sie selten Nö – vorausgesetzt, es ist gut und lecker. Am liebsten kocht sie jedoch selbst. Dabei probiert sie immer wieder neue Richtungen aus, aktuelle Passion: Rohkost. Wenn Tanja nicht gerade beratend oder textend für ihre Kunden unterwegs ist, erfindet sie ihre eigenen Geschichten, die sie auch selbst illustriert – sind aber noch geheim ☺
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