Den Moment leben

Entschleunigung Auszeit Achtsamkeit

Viel braucht’s nicht für ein wenig mehr Leben im Hier und Jetzt. Ein bequemer Sessel reicht schon.

Während man so hechelt von Ereignis zu Event und von Termin zu Meeting, dann poppt sie schon mal so auf, ganz zaghaft: Die Sehnsucht nach dem Innehalten. Der Wunsch danach, einfach mal auszusteigen und eine verborgene Tür zu öffnen, die einen geradewegs ins Hier und Jetzt entlässt.

Nichtstun – oft geschmäht als Lebensstil der Faulen und Untätigen – ist doch zugleich ein Weg zum bewussten Wahrnehmen des Moments. Es geht nicht darum, grundsätzlich und immer nichts zu tun, sondern es immer mal wieder zu praktizieren, das Nichtstun.

Betrachten wir es doch einmal genauer: Was passiert denn eigentlich beim Nichtstun? Beim Nichtstun spannt sich die Gegenwart wie ein Regenbogen über unseren Horizont. Alltägliche Dinge, die sonst im Rausch der Ereignisse ertrinken, ragen wie kleine Bojen aus dem Meer in unser Bewusstsein: Der Blick stolpert über ein unscheinbares Foto an der Wand, das die Erinnerung an längst vergangene Zeiten weckt. Beim Hacken der Kräuter für die abendliche Pasta verströmen die ätherischen Öle von Rosmarin und Thymian einen Duft, der uns unmittelbar eine Szene aus dem letzten Urlaub ins Bewusstsein ruft. Blätter, die vom Wind an die Fenster geweht werden, hinterlassen ein Geräusch, das seltsam tief in unsere Ohrmuscheln vordringt, aufgefangen vom beständigen Rhythmus unserer Atmung, die wir so eigentlich noch nie wahrgenommen haben.

Und in diesem Wort liegt auch eine Facette des Nichtstun verborgen: Denn während des Nichtstun kommen wir meist der Wahrheit ein Stück näher. Wir nehmen wahr, was da ist. Ein Ausstieg auf Zeit, aus der Zeit. Jederzeit möglich, um sich zu orientieren und gegebenenfalls eine Kurskorrektur vorzunehmen. Und wenn wir regelmäßig nichts tun, dann holen wir uns auch die Kontrolle über unser Leben zurück. Der Moment ist wieder da. Und unser Leben ist: genau jetzt.

(Bild: Astraios / aboutpixel.de)

Über die Autorin

Entschleunigung Auszeit Achtsamkeit
Tanja
Tanja ist auf der Suche nach allem, was das Leben genussreich und lebendig macht. Zu Essen und Wein sagt sie selten Nö – vorausgesetzt, es ist gut und lecker. Am liebsten kocht sie jedoch selbst. Dabei probiert sie immer wieder neue Richtungen aus, aktuelle Passion: Rohkost. Wenn Tanja nicht gerade beratend oder textend für ihre Kunden unterwegs ist, erfindet sie ihre eigenen Geschichten, die sie auch selbst illustriert – sind aber noch geheim ☺
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