Eat Pray Love – eine Filmkritik

Ich muss gestehen, dass ich wahrscheinlich zu den wenigen Frauen gehöre, die „Eat Pray Love“ nicht gelesen haben. Nachdem ich jetzt den Film gesehen habe, stellen sich mir zwei nicht ganz unwichtige Fragen: Wurde der Film einfach nur der Buchvorlage nicht gerecht oder ist eine Weltreise wirklich so banal?
Den Film sehen muss man jedenfalls nicht. Hollywood-Pretty-woman Julia Roberts ändert daran leider auch nichts. Im Gegenteil. Man erwartet viel, bei dieser Besetzung, Julia Roberts und Xavier Bardem, dem Frau schon in „Vicky Christina Barcelona“ zu Füßen lag, liefern sich ein Ping-Pong-Spiel der seichten Sprüche.  Eine Portion Fremdschämen gibt es beim Kauf der Kinokarte kostenlos dazu.
Die Geschichte ist so einfach wie sinnfrei. Karrierefrau Liz Gilbert alias Julia Roberts ist mit ihrem Leben unzufrieden. Also geht sie in die weite Welt hinaus. Ein Jahr nimmt sie sich für den Selbstfindungstrip und landet in Rom, in einem Ashram in Indien und auf Bali. In Rom erfreut sie sich hauptsächlich der italienischen Küche, in Großaufnahme betrachtet man Julia Roberts beim Essen. Fast so wie in einem ihrer ersten Filme „Pizza Pizza“. Da wurde auch viel gegessen, besonders von Roberts und die Kamera so weit wie möglich herangezoomt.
Um das dann Klischee auch weiter zu bedienen macht Roberts Yoga in Indien, selbstverständlich fernab der Zivilisation in einem Ashram und schließlich müssen die Kilos ja wieder runter. Der letzte Stop: Bali, dort wartet natürlich der Traummann schlechthin, gebadet wird in türkisblauen Meer und alles ist wieder gut.
Und die Moral von der Geschicht? Vom Essen nimmt man nicht zu und wenn doch, ist es egal. Monate in einem indischen Ashram zu leben und vor sich hin zu meditieren verschlägt einen in der Konsequenz nach Bali, wo ein Mann nur darauf wartet, gefunden zu werden. Aha. Wieder was gelernt.
In einer Zeitschrift schrieb eine Dame über das Buch: „Ein wunderbarer Appell, mal wieder über einen Aufbruch nachzudenken“. Das tat ich dann auch, stand auf und verließ den Kinosaal vor dem Abspann.

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