Entschlackende Frühlingskur mit Bärlauch. Gastbeitrag aus dem Hotel Heinz

Smoothie Rezepte Küche Kräuter Frühling

Expertin Ira Bräuer: „Im Hotel Heinz biete ich Kräuterworkshops zu verschiedenen Themen an. Dabei kommen weder kulinarische Leckereien noch das Erleben von Kräutern mit allen Sinnen zu kurz.“

Beitrag von Ira Bräuer, Spa-Leiterin im Wellness-Hotel Heinz in Höhr-Grenzhausen, Kräuter-Expertin (IHK), Hotelfachfrau und Yogalehrerin.

Endlich ist es soweit, mit den ersten warmen Sonnenstrahlen spitzeln auch die ersten Frühlingskräuter aus der Erde. Jeden Tag findet man ein anderes: Bärlauch, Löwenzahn, Brennnesseln, Vogelmiere… Jetzt ist es auch an der Zeit, die Winterträgheit abzuschütteln und mit Schwung in die warme Jahreszeit zu starten.

Das geht ideal mit einer vier- bis sechswöchigen Wildkräuterkur, die die Winterschlacken löst und den Körper mit vielen Vitamin- und Mineralstoffen, also neuer „Grünkraft“, versorgt. Schon unsere Vorfahren schätzten die frischen Kräuter und verwendeten sie traditionell z. B. in der Gründonnerstagssuppe.

Kräuterwind-Aktion „Kraut des Monats“

Ein idealer Begleiter für die Frühjahrskur ist das Kräuterwind Kraut des Monats April, der Bärlauch. Die Initiative Kräuterwind wurde 2009 gegründet, um die Vermarktung und den Anbau von Kräutern und Kräuterprodukten im Westerwald zu unterstützen. Das Wellness-Hotel Heinz ist aktiver Partner der Initiative: als Kräuterwirt in der Gastronomiesparte aber auch mit eigenen Gärten und der Verwendung regionaler Produkte aus der Kooperation in der Küche und Wellness-Abteilung. Eine Aktion der Initiative ist das „Kraut des Monats“, das bei einem saisonalen Menü im Hotel Heinz genossen werden kann. Außerdem informiert Kräuter-Spezialistin Ira Bräuer interessierte Gäste bei Kräuterwanderungen und  Workshops über Theorie und Wissenswertes zum jeweiligen Kraut.

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Der Bärlauch ist das Kraut des Monats April

Die spitzen Blätter des Bärlauch (Allium ursinum),  die nach Knoblauch duften, schauen gerade in lichten Buchenwäldern aus der Erde. Aber inzwischen ist der Bärlauch „modern“ geworden, so dass man ihn auch auf dem Markt oder sogar im Supermarktregal finden kann. Je frischer, desto besser gilt natürlich auch hier.

Bei der Bärlauchkur nimmt man pro Tag ungefähr 15 Blätter zu sich:

  • auf Butter- oder Käsebrot, in Frischkäse oder Quark
  • fein geschnitten über Fleisch- und Fischgerichte streuen oder Salat oder Gemüse beimischen,
  • zu Kartoffel-, Nudel- oder Reissalat

Aber man kann sich natürlich auch zubereitete Vorräte anlegen:

Bärlauchbutter:

15 – 20 Blätter sehr klein schneiden, salzen, 1 TL Zitronensaft dazu, 15 Minuten stehen lassen bis sich Saft gebildet hat. Anschließend unter 250 g weiche Butter mischen.

Bärlauchöl:

2 Handvoll klein geschnittene Bärlauchblätter in 1 l Olivenöl geben und 2-3 Wochen ziehen lassen, abgießen. Dieses Öl können Sie beliebig für Speisen verwenden.

Bärlauchessig:

1 Handvoll klein geschnittene Bärlauchblätter in 1 l Bio-Apfelessig geben und 2 – 3 Wochen ziehen lassen, abgießen. 4 – 6 Wochen lang morgens nüchtern 1 – 2 EL mit ½ Tasse warmem Wasser vermengt trinken.

Bärlauchpaste:

100 g frische Bärlauchblätter sehr fein schneiden (nicht pürieren) und mit 150 ml kaltgepresstem Olivenöl vermengen, mit Salz abschmecken. Mit einer Schicht Olivenöl bedeckt bleibt es im Kühlschrank ½ Jahr haltbar.

Bärlauchtinktur:

Ein helles Schraubglas randvoll mit frischen, klein geschnittenen Bärlauchblättern füllen und mit 45%igem Weingeist auffüllen. 2 – 3 Wochen lang stehen lassen, danach in dunkle Tropffläschchen (aus der Apotheke) abfiltrieren. Dreimal täglich 20 Tropfen 4 – 6 Wochen lang einnehmen.

Bärlauch-Frischpflanzensaft:

3 EL klein geschnittene frische Kräuter in einem Mörser bestmöglich zerkleinern und im Verhältnis 1:5 mit Wasser oder Buttermilch auffüllen

Oder (mein derzeitiger Favorit) genießen Sie einen grünen Smoothie:

Bärlauch-Smoothie

  • 1,5 Bananen
  • 1/2 Mango
  • 2 Handvoll Spinat
  • 1/2 Kopf Endiviensalat
  • 1 Handvoll Bärlauch
  • Wasser

Im Mixer zerkleinern

Grüner Frühlingssmoothie

  • 0,4 Liter Wasser
  • 40 Gramm Schnittlauch
  • 10 Gramm Bärlauch
  • ein Apfel
  • eine Birne
  • eine Kiwi
  • eine Banane

Im Mixer zerkleinern

Die Smoothies sollten relativ schnell nach Zubereitung getrunken werden.

Während dieser Kur sollte man auf üppiges Essen, Fleisch und Genussgifte wie Alkohol, Nikotin und Kaffee verzichten, ideal wäre eine basische Ernährung mit vielen Wildkräutersalaten und –suppen. Wichtig ist: viel trinken, um die Giftstoffe auszuspülen. Ergänzen kann man die Kur durch viel Bewegung an der frischen Luft und den ein oder anderen entspannten Saunagang.

Sie werden es merken: da hat die Frühjahrsmüdigkeit keine Chance!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Unsere Expertin Ira Bräuer

(Spa-Leiterin im Wellness-Hotel Heinz in Höhr-Grenzhausen, Kräuter-Expertin (IHK), Hotelfachfrau, Yogalehrerin)

Aufgewachsen auf einem Bauernhof zwischen Kräutern, Wiesen und Feldern lernte ich schon früh Tees und Kräuter-Hausmittelchen kennen. Natürlich lernte ich auch, welche Pflanzen mein Shettland-Pony nicht fressen sollte. Inzwischen faszinieren mich die ganz unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten von Kräutern zu den verschiedenen Jahreszeiten. Angefangen bei Entschlackungskräutern und Kräuter gegen die Frühjahrsmüdigkeit im Frühling, über leckere Eisrezepte und duftende Kosmetikprodukte im Sommer, fruchtige Energiespender, sonnengetränkte Erkältungskräuter und saftige Kuchen im Herbst bis zu duftenden Räucherkräutern und leckeren Tees im Winter. Bei der Ausbildung zum Kräuterexperten (IHK) konnte ich meine bisherigen Ausbildungen & persönlichen Erfahrungen mit Spezialwissen zu Kräutern ergänzen und biete jetzt im Hotel Heinz Kräuterworkshops zu verschiedenen Themen an. Dabei kommen weder kulinarische Leckereien noch das Erleben von Kräutern mit allen Sinnen zu kurz.

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3 Kommentare
  1. kurt faber
    kurt faber sagte:

    Hallo Ira
    Vogelmiere.
    Ich stieß auf den interessanten Artikel zur „Frühjahrskur“. Ein richtiger Kräuterfan bin ich nicht. Aber, eben aus dem Garten zurück, sehe ich den Namen Vogelmiere. So wurde mir ein Kraut bezeichnet, daß bei mir wie Unkraut im Rasen und an den Rändern des Weges wächst; eigentlich überall wo meine Amseln hinkommen. Kann man das Produkt wirklich essen? Ich denke hierbei an Quark auf Brot etc. Bisher nehme ich nur Schnittlauch oder Radieschen. Sollten meine Amseln mir tatsächlich etwas Gutes bescheren? Wenn jetzt keine Zeit ist, dann werde ich die Frage bestimmt demnächst selbst nch stellen. Gruß

    Antworten
  2. ira.braeuer@hotel-heinz.de
    ira.braeuer@hotel-heinz.de sagte:

    Vogelmiere (Stellaria media)

    Die kleine, zierliche Vogelmiere wird leider von vielen Gartenbesitzern als wucherndes Unkraut verteufelt. Tatsächlich sollte man sie aber möglichst oft in seinen Speiseplan einbauen, da sie viele Vitamine und Mineralien enthält, unter anderem:
    Saponine, Mineralstoffe wie Kalium, Kupfer, Magnesium, Phosphor, Zink, Kalzium, Eisen , Vitamin C, Gerbstoffe, ätherische Öle, Kieselsäure, Mineralsalze und Karotin.
    Dieser Mix aus Inhaltsstoffen sorgt vor allem natürlich im Spätwinter und Frühling dafür, den Körper mit neuer Energie zu versorgen und den Stoffwechsel anzukurbeln und macht die Vogelmiere zu einer wertvollen Partnerin bei der Frühjahrskur.
    Sogar im Winter wächst sie auch unter Schnee weiter und kann frisch geerntet werden.

    Die Volksnamen der Vogelmiere (Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Meier, Vögelichrut, Sternenkraut, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm) zeigen, dass Hühner und auch andere Vögel das Kraut gerne fressen, da kann man sich doch tatsächlich auf seine Hausamsel verlassen… 😉

    Neben dem Einsatz als Heilkraut kann man die Vogelmiere natürlich prima in der Küche verwenden, am Besten frisch geerntet. Der Geschmack erinnert an Maiskölbchen.
    Entweder streut man sie frisch aufs Quark- oder Butterbrot oder man kann sie variantenreich verarbeiten:

    Vogelmiere-Pesto
    400 g Vogelmiere , 1/4 l Olivenöl, 100 g Walnüsse oder Pinienkerne, 80 g Parmesan od. Pecorino, 1/2 TL Salz

    Vogelmiere waschen, trocken schleudern und fein schneiden, die Nüsse hacken und den Käse fein reiben. Alle Zutaten mit dem Mixer pürieren, so dass eine glatte Soße entsteht.
    Schmeckt lecker zu Nudelgerichten.

    Salsa von der Vogelmiere
    1 Handvoll Vogelmiere, 1 Tasse Maiskeimöl, 1 Zitrone, etwas Salz und Pfeffer
    eventuell etwas Zucker

    Die Vogelmiere, das Öl und den Saft der Zitrone im Mixer fein pürieren, anschließend mit Salz, Pfeffer und eventuell Zucker abschmecken.

    Kräuter-Quark
    1-2 Handvoll Vogelmiere, 1 kleine Zwiebel, 2 Knoblauch-Zehen
    250 gr Quark, ca. 50 ml Milch (oder Joghurt), 1 TL Senf, Salz

    Vogelmiere waschen, trocken schleudern und fein schneiden, die Zwiebel und die Knoblauch-Zehen fein würfeln und alle Zutaten zu einem glatten Quark verrühren.

    Und auch mit der Vogelmiere gibt es ein leckeres Smoothie-Rezept:

    2 Handvoll Vogelmiere, 2 Äpfel (ohne Kerngehäuse), 2 EL gemahlene Mandeln, 2-3 Blätter Minze und 200 ml Wasser in den Standmixer geben und alles pürieren.

    Liebe Grüße, Ira

    Antworten
  3. Kurt Faber
    Kurt Faber sagte:

    Danke Ira,
    Das ist mehr als ich als Antwort erwartet habe. Alles ist kopiert und wird sicher demnächst ausprobiert.
    Grüße Dich
    Kurt

    Antworten

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