Lavendel – aromatisch in Küche und Garten. Gastbeitrag aus dem Hotel Heinz.

Rezepte Peeling Kräuter

Lavendel – aromatisch in Küche und Garten

In der heißen, sonnengesättigten Luft der Sommermonate kann sich der Duft von Pflanzen, die viel ätherisches Öl enthalten, richtig entfalten. Wenn Sie einen Lavendelbusch im Garten haben, ist jetzt die richtige Zeit um an einem lauen Sommerabend in seinem Duft zu schwelgen und zu entspannen.

Aber Lavendel ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern er ist ein vielseitig verwendbares Kraut. Schon die alten Römer benutzten Lavendel zum Waschen und Baden, was dem zähen Kraut den Namen Lavendel (von lat. lavare = waschen) einbrachte. Es gibt ca. 25 verschiedene Lavendelsorten, die unterschiedliche Wuchsformen und Farben haben. Für unsere Breiten eignet sich der Lavandula angustifolia (bzw officinalis) am Besten, da er winterhart ist. Die Zusatzbezeichnung officinalis kennzeichnet ihn auch als eine alte Arzneipflanze. Früher mischten die Apotheker ihre Kräuter im „officium“.

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Lavendel wächst auch auf dem Balkon

Lavendelblüten und das ätherische Öl haben ähnliche Eigenschaften: Sie beruhigen und sorgen für innere Ausgeglichenheit, können aber auch erfrischen, reinigen und innere Klarheit bringen – je nachdem, was die betreffende Person gerade braucht. Die Kommission E (wissenschaftliche Sachverständigenkommission des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat eine Wirksamkeit bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen festgestellt, außerdem bei Bauchbeschwerden wie nervösem Reizmagen, Blähungen und nervösen Darmbeschwerden. In Form von Bädern ist der Lavendel äußerlich bei Kreislaufbeschwerden einsetzbar.

Das ätherische Öl des Lavendels (auf gute Qualität achten: reines ätherisches Öl, keinesfalls die preisgünstigeren synthetischen Parfümöle) gehört in jede Hausapotheke, da es als eines von wenigen ätherischen Ölen pur auf die Haut aufgetragen werden kann und bei Insektenstichen, Sonnenbrand und kleineren Schürfwunden für erste Hilfe sorgt.

Für strapazierte Gärtnerhände ist ein pflegendes Handpeeling ideal:

Sie mischen in einer großen Schüssel 4-5 EL grobes Meersalz, 4-5 EL gutes Olivenöl und 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein zu einer Ihnen angenehmen Konsistenz. Je weniger Öl Sie verwenden, desto intensiver wird das Peeling. Dann massieren Sie Ihre beiden Hände in der Schüssel 10 Minuten mit der Peelingmasse und genießen dabei den feinen Duft. Anschließend spülen Sie Ihre Hände ab und werden begeistert sein!

Lavendel in der Küche

Auch in der Küche ist der Lavendel unschlagbar, denn man kann mit ihm sowohl pikanten als auch süßen Speisen das gewisse Etwas verleihen. Probieren Sie beispielsweise die Variante, den Rosmarin in Ihren Rezepten durch Lavendel zu ersetzen. Auch Lavendelzucker oder Lavendelsalz (jeweils zu gleichen Teilen Zucker oder Salz und getrocknete Bio-Lavendelblüten in einem Schraubglas mischen) geben Ihren Gerichten ein raffiniertes Aroma.

Ein ausgefallenes Getränk für heiße Sommernachmittage ist eine französische Lavendellimonade:

Sie kochen 750 ml Wasser und 300 g Zucker kurz auf, so dass sich der Zucker löst. Dann geben Sie 4 EL Lavendelblüten dazu, rühren um und lassen die Mischung zugedeckt abkühlen. Wenn der Tee abgekühlt ist, seihen Sie ihn ab, geben 125 ml frisch gepressten Zitronensaft dazu und stellen das ganze kalt. Zum Servieren wird die Limonade nach Geschmack mit Mineralwasser aufgegossen und mit Lavendelblüten verziert. Wenn Ihnen die Limonade zu süß ist, können Sie sie auch mit Limettensaft verfeinern.

Mit einer Aprikosen-Lavendel-Marmelade konservieren Sie sich Ihr Urlaubsfeeling und die Sommersonne für die kühlere Jahreszeit:

1 kg Aprikosen waschen, entsteinen, vierteln und in einen großen Topf geben. Früchte mit einem Pürierstab pürieren, 1 kg Gelierzucker hinzugeben und verrühren. Nun die Masse unter ständigem rühren aufkochen, Saft von einer halben ausgepressten Zitrone hinzugeben und 3 min. kochen lassen. Topf vom Herd nehmen, 1 EL getrocknete Lavendelblüten hinzugeben und umrühren. Nun die heiße Marmelade in Gläser abfüllen und luftdicht verschließen.

Zum Verfeinern von Süßspeisen und Eis und zum Aromatisieren von Sahne eignet sich der Lavendelsirup:

Zutaten:
200 g Zucker
150 ml Wasser
3 EL Zitronensaft
2 EL getrocknete Lavendelblüten

Zubereitung: Erhitzen Sie Zucker, Wasser und Zitronensaft unter Rühren in einem Topf und lassen Sie die Zutaten 5 Minuten leicht köcheln. Dann ziehen Sie den Topf vom Herd und rühren die Lavendelblüten unter. Decken Sie den Topf ab und lassen Sie den Sirup über Nacht durchziehen. Dann können Sie den Sirup durch einen Kaffeefilter abgießen und in kleine Flaschen oder Gläser füllen. Ganz lecker auch im Sekt! In einer schönen Flasche abgefüllt und mit einem eigenen Etikett versehen ist der Sirup auch ein willkommenes Mitbringsel für die nächste Grillparty.

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Ira Bräuer bei einer Exkursion im Kräutergarten

 

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Ihnen Ihre Kräuterspezialistin Ira Bräuer und das Team vom Hotel Heinz!

 

 

 

Die Initiative Kräuterwind wurde 2009 gegründet, um die Vermarktung und den Anbau von Kräutern und Kräuterprodukten im Westerwald zu unterstützen. Das Wellness-Hotel Heinz ist aktiver Partner der Initiative: als Kräuterwirt in der Gastronomiesparte aber auch mit eigenen Gärten und der Verwendung regionaler Produkte aus der Kooperation in der Küche und Wellness-Abteilung. Eine Aktion der Initiative ist das „Kraut des Monats“, das bei einem saisonalen Menü im Hotel Heinz genossen werden kann. Außerdem informiert Kräuter-Spezialistin Ira Bräuer interessierte Gäste bei Kräuterwanderungen und  Workshops über Theorie und Wissenswertes zum jeweiligen Kraut.

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