Karneval 2011: Und wenn dat Trömmelsche jeht…

Karneval Brauchtum

Luftschlagen sind an Karneval überall. Und natürlich Konfetti. Das rieselt oft noch Tage nach Aschermittwoch aus den Taschen. (Foto: Barbara Eckholdt. www.pixelio.de)

Es ist wieder soweit. Während sich manche Menschen kurz vor der fünften Jahreszeit die Haare raufen und überlegen, wie sie am besten ganz schnell ganz weit weg aus dem Trubel kommen, finden sich andere in den alljährlichen Karnevalsvorbereitungen wieder. Helau und Alaaf, die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür. Es wird jebützt (geküsst) und jeschunkelt, was das Zeug hält, aber kaum jemand weiß wirklich noch, warum wir einmal im Jahr zu Piraten, Erdbeeren oder Fröschen werden.

Und wieso gibt es eigentlich in Deutschland so viele Unterschiede, was den Karneval betrifft?
Beginnen wir beim Namen. Nördlich der Bonn-Erfurt Linie spricht man von Karneval, südlich von Fasching in Unterfranken, Bayern, Sachsen und Brandenburg. Die Wortbedeutung bleibt aber generell gleich: Fasching leitet sich von Vaschang, dem „Fastenschank“ ab und beschrieb den letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. Bei dem Begriff Karneval gehen Etymologen davon aus, dass er eine Ableitung aus carne levare, also „Fleisch wegnehmen“ ist und damit ebenso die Fastenzeit einläutet. Somit ist der Karneval eigentlich ein traditionelles, katholisches Fest. Karnevalshochburgen sind Mainz, Köln und Düsseldorf, wobei zwischen diesen während der tollen Tage eine herrliche Rivalität herrscht. Interessant sind dabei die verschiedenen Schlachtrufe. Während sich Düsseldofer und Mainzer ein „Helau“, eine Kurzform von „Halleluja“ um die Ohren schmettern, rufen die Kölner Alaaf. Alaaf? Genau, zusammengesetzt aus „all af“ – alles weg. Alles weg, außer Köln sozusagen.

Lokalpatriotismus gehört zum Karneval dazu wie Kamelle und Schunkelmusik. Zurückzuführen ist diese Liebe zur Heimatstadt auf die früheren Machthaber. Während die Mainzer die Franzosen verhöhnten, schlugen die Kölner den Preußen ein Schnippchen – heute ist diese Narrerei an den Wagen der Rosenmontagszüge erkennbar, die sich mittlerweile auch absurd-skurril über die aktuelle Politik hermachen.

Karneval ist also nicht nur sinnlose Schunkelei, sondern Brauchtum der ganz besonderen Art!

(Bild: Barbara Eckholdt/pixelio.de)

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