Frisch aus dem Elektronik-Regal – wellness gadgets

Gastbeitrag von Berater und SPA Management Coach Wilfried Dreckmann, der uns einige Trends, die Wellness in den nächsten Jahren beeinflussen werden, genauer vorstellt.

Trend Gesundheit Fitness

 

Warum wearables für Wellnesshotels interessant sein könnten

Es lebe der Widerspruch

Während wir in einem Projekt noch „digital detox“, also den temporären Verzicht auf die Nutzung elektronischer Geräte, propagieren, geht es im nächsten Projekt um das genaue Gegenteil: „online Wellness“. Wie lassen sich die Bedürfnisse und Gepflogenheiten des digitalen Menschen für die Wellnessbranche nutzen?

Die sogenannten „Wearables“, tragbare elektronische Geräte sind Trend nicht nur in den USA, auch in deutschen Elektronikmärkten gibt es schon eigene Regale für kleine und große Geräte die – so das Versprechen der Hersteller – zur Steigerung des Wohlbefindens ihrer Nutzer beitragen. Vom Herzfrequenzmesser über UV-Strahlungsanalyse bis zur Bluetooth-Zahnbürste ist alles dabei. Die kleinen elektronischen Helfer sehen dabei manchmal aus wie Schmuck, den man wie eine Uhr oder eine Brosche an der Bluse trägt und der im Alltag nicht weiter auffällt. Am häufigsten finden sich zur Zeit moderne Schrittzähler am Handgelenk, die im Wesentlichen eines tun: sie erkennen Bewegung und errechnen daraus mittels eines komplizierten Algorithmus‘ Entfernungen, Schritte und Geschwindigkeiten. Manche Geräte können anhand der Bewegungsmessung angeblich auch Schlafdauer und Schlafphasen erkennen. Der Selbstversuch zeigt jedoch deutlich dass die Technik hier noch sehr am Anfang steht. Über eine entsprechende App auf dem Smartphone wird das Ergebnis visualisiert. Und hier fangen die Probleme – aber auch die Möglichkeiten – an. Apps haben in der Regel eine Verbindung zum Internet und laden die Daten auf einen Server. Häufig bieten die Hersteller an, sich mit der App in sozialen Netzwerken mit anderen Nutzern zu verbinden. So kann sich, wer zum Beispiel seine Joggingaktivitäten aufzeichnet, mit Freunden messen, sich virtuell in Echtzeit anfeuern lassen und so weiter. Motivationsschwächen lassen sich so vielleicht überbrücken und diejenigen die Herausforderungen lieben, können sich Ziele setzen und kontrollieren wann sie sie erreicht haben.

Lassen wir mal für einen Moment die (sehr deutschen) Sorgen um den Datenschutz beiseite, dann könnte dieser Trend in der Wellnessbranche interessante Möglichkeiten eröffnen:

Vorausgesetzt, gesundheitsrelevante Daten liessen sich tatsächlich genau ermitteln und die dahinter stehenden Algorithmen sind irgendwann so erprobt, dass sie echte Rückschlüsse auf das Verhalten der Nutzer geben, dann könnten zum Beispiel Fitnesscoaches eine viel größere Anzahl von Kunden sozusagen „remote“ betreuen. Ernährungsverhalten könnte in einem einwöchigen Kurs in einem Wellnesshotel erklärt und verändert und langfristig kontrolliert werden. Medizinische Kontrolle, für die kein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, könnte auch zu Hause in der gewohnten Umgebung stattfinden. Zusammen mit Online Videos könnten Bewegungsprogramme inklusive Motivation einer großen Gruppe von Menschen zugänglich gemacht werden. Für das Wohlbefinden des Einzelnen genauso wie für die Gesundheitsvorsorge unter gesellschaftspolitischem Aspekt hätte das unter Umständen starke Auswirkungen.

Will man Verhalten von Menschen verändern, muss man sie dort abholen wo sie stehen. Es hilft vor allem jüngeren Menschen nicht wenn wir technische Lösungen verteufeln und Smartphones verbannen. Sie gehören zum Leben der heute unter dreißigjährigen dazu wie das Taschenmesser zum Campingurlaub. Ohne geht nicht. Die Wellnessbranche kann (und soll) Alternativen bieten, sie kann (und darf) aber auch technische Trends nutzen wenn sie einen gesünderen Lebensstil fördern.

Noch sind die Geräte nur nette Gimmicks, deren Genauigkeit und Funktion in weiten Teilen zu wünschen übrig lassen. Das Verhalten ihrer Nutzer können sie dennoch bereits heute verändern. Wellnessdienstleister könnten das nutzen um diese Veränderungen positiv zu gestalten. Marketingstrategen werden sehr schnell das Kundenbindungspotential dieser Gadgets erkennen.

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Spa-Berater Wilfried Dreckmann

Wilfried Dreckmann…

…kennt das Spa Business von der Pike auf. Der studierte Sozialpädagoge absolvierte Mitte der 90er Jahre Ausbildungen in Kosmetik und Massage und war mehrere Jahre in verschiedenen Ländern als SPA Manager tätig. Nach Stationen in Griechenland, Spanien, Österreich, Schweiz und Deutschland gründete er 2006 die Unternehmensberatung spa project und ist seit dem europaweit gefragter Berater und SPA Management Coach. Für das IST Studieninstitut und die IST Hochschule für Management bildet er junge SPA Manager aus und unterstützt die Wellnesshotels und Resorts international bei der Wellness Trainer Ausbildung. Der Schwerpunkt seiner Unternehmensberatung sind Wellnessanlagen die eine bessere Performance erreichen wollen.

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