Den inneren Schweinehund überwinden – Über Motivation und euren Lieblingsgegner

14. Dezember 2020

Kennt ihr den? Eben noch wart ihr hochmotiviert, willensstark und fest entschlossen. Ihr wolltet die Gunst der Stunde nutzen und endlich diesen Kilos den Kampf ansagen, die sich über die Zeit hartnäckig an eure Hüften geschlichen haben. Oder ihr habt euch schon vor Monaten einen Termin ausgeguckt, um den kaum mehr begehbaren Kellerraum zu entrümpeln: Jedes Teil einmal anfassen, entscheiden ob hopp oder topp. Und dann ist er da, der Moment, an dem ihr es tun wollt, also eigentlich vorhattet, es zu tun, beziehungsweise: Ach, so wichtig ist das jetzt doch nicht.

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„Sport? Nein danke!“

Darf ich vorstellen: Schweinehund, mein Name, innerer Schweinehund, wohlbemerkt!

Ach, wäre es doch Bond gewesen, James Bond, der mich jetzt an seiner unendlichen Selbstdisziplin teilhaben lassen würde. Stattdessen bin ich diesem Viech ausgeliefert, das all meine hehren Wünsche und Ziele seit Anbeginn meines Denkens hämisch sabotiert. Nein, ich bin not amused!

Über die Zeit habe ich etwas über diesen alten Bekannten namens Schweinehund gelernt: Er stellt sich mir immer genau dann in den Weg, wenn ich mich überwinden muss, um etwas Sinnvolles, aber irgendwie auch Anstrengendes zu unternehmen. Wenn ich gerade meine Laufschuhe anziehe, macht er mich auf die heranziehenden Wolken am Firmament aufmerksam. Stehe ich vor der Kellertüre, säuselt er mir was vor von wegen plötzlicher Müdigkeit und Erschöpfung. Damit möchte der Schweinehund vor allem eines: Dass sich nichts ändert, dass ich bequem in der comfort zone verbleibe und bloß nicht an mir arbeite. Somit ist der Schweinehund bei genauerem Hinsehen weder Schwein noch Hund, sondern ein Hase, und zwar ein Angsthase. Und einen solchen muss man beschwichtigen!

Wie ihr den inneren Schweinehund überwindet

Am besten lässt sich der innere Schweinehund damit besänftigen, dass man ihn wie einen guten alten Bekannten begrüßt, sich seine Geschichten mit halbem Ohr anhört und ihm dann das ein oder andere Leckerli anbietet, wenn er uns dafür im Gegenzug machen lässt. Sprich: Ich lasse mich nicht von ihm verführen, sondern verführe ihn einfach selbst! Während ich in den Park zum Joggen trabe, male ich ihm in den schönsten Farben aus, wie toll wir uns gleich fühlen werden. Als Belohnung für den ordentlichen Keller gibt es den nächsten Tag frei und wir gehen Waffeln essen.

Wenn man sich den inneren Schweinehund zum Freund macht, wird das Leben doch bedeutend leichter!

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Den inneren Schweinehund zu überwinden fühlt sich so unglaublich befreiend an

Tipps, wie ihr es schafft, endlich mit Sport anzufangen

1. Sport beginnt im Kopf

Wie jede Verhaltensänderung beginnt auch der Einstieg  im Kopf. Man stelle sich vor, wie man zu einer geplanten Zeit in seine bereitgelegte Kleidung schlüpft, den Schlüssel einsteckt und sich locker auf den Weg zur Joggingstrecke oder zum Fitnessstudio begibt. Dann kommt der Moment, in dem man tief durchatmet, den Körper etwas nach vorne fallen lässt und den ersten Schritt macht. Jetzt geht es los. Atem und Körper finden nach und nach ihren Rhythmus und der Geist beginnt sich in die Monotonie der Abläufe hinein zu entspannen. Man läuft und fühlt sich gut. Richtig gut.

2. Sport muss einen festen Platz im Leben haben

Ein häufiges Problem ist es, sich zu sagen „Ach, ich mache einfach mal spontan Sport, wenn ich Lust habe“. Solange der Sport noch nicht fester Bestandteil des eigenen Lebens ist, wird einem das Lustprinzip hier keinen guten Dienst erweisen. Dem sollte man vorbeugen, indem man klare Rahmenbedingungen schafft: Feste Termine (z.B. mit Freunden, einem Lauftreff oder einem Trainings-Buddy), feste Strecken und feste Zeiten (z.B. immer 45 Minuten Laufen, Gehen, Dehnen).

3. Sport sollte regelmäßig und mit Pausen stattfinden

Gerade Anfänger neigen dazu, zu schnell zu viel zu wollen. Wichtig ist, dass man sich und seinen Körper nicht überfordert. 2 – 3 Mal die Woche Sport, dazwischen 1 – 2 Tage Pause machen, gilt gemeinhin als ideal. So kann sich der Körper wieder regenerieren und zugleich an die erhöhte Aktivität und Belastung gewöhnt werden.

4.  Sport sollte Spaß machen

Wenn man die obigen Punkte beachtet, dann ist es fast nicht möglich, keinen Spaß am Sport zu entwickeln. Denn erstens wird durch Sport das Stresshormon Cortisol gesenkt: Das spürt man deutlich, wenn der Kopf frei wird und die Stimmung steigt. Zweitens ist es immer ein Grund zur Freude, wenn man seinen inneren Schweinehund überwindet. Das offenbart: Ich kann meine Vorhaben auch gegen Widerstände angehen. Und das motiviert – nicht nur für den nächsten Lauf.

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