Saisonale Delikatesse Matjes – yes, yes, yes!

Food – 08. Juni 2011 – Letzte Aktualisierung: 23. Mai 2022
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Die Holländer können ja Vieles gut – Zum Beispiel Käse, Pommes, Poffertjes. Und natürlich Matjes. Der salzig-saftige Fisch hat Kultstatus in den Niederlanden. Jedes Jahr begeht man hier die Saison mit einem rauschenden Fest, während Zeitungen die neuesten Fangquoten veröffentlichen und scheinbar alle Welt Rezepte tauscht. Wer so viel Aufhebens um ein schnödes Schuppentier macht, wird seine Gründe dafür haben: Warum also behaupten die Holländer, ein Matjes zu werden sei das Beste, was einem Hering passieren kann?

Der Ursprung des Matjes wäre damit schon mal geklärt: Es handelt sich um einen Hering. Genauer gesagt, um einen „jungfäulichen“, also nicht geschlechtsreifen Hering. Bei Heringen ist das übrigens ein Zustand, den sie alle Jahre wieder erreichen, Matjes ist also nicht gleichbedeutend mit Jungfisch. Die Niederländer nennen ihn „Nieuwe Haring“ oder schlicht „Nieuwe“. Seinen Siegeszug begann der Matjes im 17. Jahrhundert, als er – eingelagert in große Salzfässer – in die Küchen des Großbürgertums rund um die Welt geschifft wurde und Hollands Küstenstädte reich machte. Matjes ist im Vergleich zum Hering ein fetter Fisch (Fettgehalt mindestens 14%). Dadurch ist er ungleich milder, aromatischer und schon seit Jahrhunderten für viele Fischesser „der bessere Hering“.

Matjes ist stets begehrt

Heute wie damals ist der Matjes begehrt. Kein Wunder also, dass die Holländer den Fangauftakt ihres Kultfischs feiern – auch wenn der Matjes tiefgefroren das ganze Jahr über in den Auslagen der Fischgeschäfte zu finden ist. Wer mal erleben möchte, wie sich der Hafen von Scheveningen in ein buntes Gewirr von Schiffsmasten und Segeln verwandelt, wie die Menschen begeistert die erste Ladung des in der Nordsee gefangenen Fischs empfangen, der sollte sich am Wochenende in Richtung Holland aufmachen. Und bei der Gelegenheit natürlich einen „Nieuwe“ probieren. Das geht ganz einfach: Fisch an der Schwanzflosse packen, Kopf in den Nacken legen und den Matjes mit oder ohne gehackte Zwiebeln in den Mund gleiten lassen. Abbeißen nicht vergessen – lecker!

Tanja
Tanja ist auf der Suche nach allem, was das Leben genussreich und lebendig macht. Zu Essen und Wein sagt sie selten Nö – vorausgesetzt, es ist gut und lecker. Am liebsten kocht sie jedoch selbst. Dabei probiert sie immer wieder neue Richtungen aus, aktuelle Passion: …

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