Ayurveda auf einen Blick: Die Grundgedanken hinter dem „Wissen vom Leben“

Health – 19. Februar 2015 – Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2022
Ayurveda Anwendung
Inhaltsverzeichnis

Gastbeitrag von Henrik Schuster, Spa-Manager im Wellnesshotel Seeschlößchen – Ayurveda & Naturresort in Senftenberg.

Namasté!

„Namaste“ – mit dieser indischen Grußformel begrüßen wir unsere Gäste im Wellnesshotel Seeschlößchen zu Ayurveda-Kuren und ayurvedischen Anwendungen. Ayurveda? Das ist das älteste überlieferte Gesundheitssystem der Welt. Man schätzt das Alter auf mindestens 5000 Jahre. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Ayus (Leben) und Veda (Wissenschaft) zusammen. Ayurveda hat einen ganzheitlichen Anspruch und kombiniert in diesem Sinne Ayurveda-Massagen, Ernährung, Kräuterheilkunde und Yogaeinheiten.

Doshas

Seeschlösschen Ayurveda

Ayurveda geht davon aus, dass jeder von uns drei Lebensenergien (Doshas) in sich trägt: Vata (Bewegungsprinzip), Pitta (Stoffwechselprinzip) und Kapha (Strukturprinzip). Diese sollten immer im Gleichgewicht sein, da sie sonst Probleme im Körper hervorrufen. Die Statistiken zeigen allerdings, dass bei jedem Menschen immer ein oder zwei Doshas  vorherrschen. Für einen Vaidya (indischer Arzt) ist es sehr wichtig zu wissen, wie die Doshas verteilt sind, damit er die richtigen Behandlungen und Medikamente anordnen kann.

Charakterisierung der Typen im Ayurveda

Charakterisiert man diese drei Energien im Ayurveda, neigen Vata-Typen zu Verdauungsstörungen und Untergewicht. Die Empfehlung für diese Typen ist deshalb, regelmäßig gekochte, nährende Kost mit warmen Getränken aufzunehmen. Die perfekten Geschmacksrichtungen für Vata sind salzig, sauer und süß. Schauen wir auf Pitta, neigen diese Typen zu Heisshunger und vertragen kalte und warme Speisen in Kombination. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind herb, bitter und süß. Kapha-Typen neigen zu langsamer Verdauung und haben einen niedrigen Umsatz. Bei zu wenig Bewegung neigen sie zu Übergewicht. Kapha-Typen sollten nur kleine Mengen Fleisch zu sich nehmen und warme Speisen und Getränke bevorzugen. Kapha Geschmacksrichtungen sind herb, bitter und scharf.

Gunas – Nahrungsmittelklassen

Nahrungsmittel werden im Ayurveda grundsätzlich in drei Klassen (Gunas) unterteilt um deren Wirkung auf den Körper zu kategorisieren. Sattva-Guna (Milchprodukte, Gemüse, Früchte und Getreide) verlängert laut Ayurveda das Leben und steigert die Zufriedenheit. Rajas-Guna (trockene, heiße, scharfe, salzig, saure und bittere Nahrung) erhitzt Körper und Psyche und kann zu Aggressionen führen. Auch Alkohol, Chili und Zwiebeln können in unangemessenen Mengen diese Folgen hervorrufen. Die dritte Klasse, Tamas-Guna (überreife bis faule Nahrungsmittel, wieder aufgewärmte Lebensmittel), macht sich bei starkem Konsum durch Müdigkeit, Trägheit und Nachlässigkeit bemerkbar.

Allgemeine ayurvedische Empfehlungen

Ayurveda gibt einige Empfehlungen, die für alle Menschen – egal welchen Typs – gelten und uns allen gut tun. Dazu gehört:

Man sollte nur bei Hunger essen und erst wieder etwas zu sich nehmen, nachdem die letzte Mahlzeit verdaut wurde.

  • Vermeidet es natürliche Bedürfnisse (Aufstoßen, Gähnen, Weinen, Stuhlgang, etc.) zu unterdrücken und nehmt keine Nahrung auf, wenn ihr euch nicht im Sitz befindet, sondern in Eile seid.
  • Kauft frische, der Jahreszeit und Örtlichkeit angepasste Lebensmittel und kocht euch Wasser immer ab, nie kalt zu euch nehmen. Genießt ein Wasser oder einen Kräutertee, aber nur wenn ihr durstig seid. Das perfektionierte Kochen erreicht ihr, wenn ihr alle Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit vereinen könnt.

Nun seid ihr dran. Wisst ihr, welcher Typ des Ayurveda ihr seid?

GastAutorin

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