Wellnesshotel SlowFood

Slow Food und die Esskultur – im Zeichen der Schnecke

27. Januar 2011

Wellnesshotel SlowFood

Slow Food genießen

Wer genießt, entdeckt die Langsamkeit. Man öffnet die Sinne und geht auf Entdeckungsreise in die Welt der Aromen, Texturen und Temperaturen. Durch die Achtsamkeit, mit der dies geschieht, verlangsamt sich die Zeit und der Augenblick dehnt sich wie ein frischer Hefeteig im Backofen. Für die Bewegung Slow Food, die 1986 in Italien gegründet wurde und heute 100.000 Mitglieder in der ganzen Welt zählt, stellt diese Genussfähigkeit ihr wesentliches Ziel dar. Sie stemmt sich mit der Kultivierung einer langsameren Esskultur bewusst gegen die geschmackliche Vereinheitlichung durch Fast Food.

Ein Grundgedanke von Slow Food ist, dass man in erster Linie seinen Geschmackssinn schulen sollte, um die Vielfalt von Produkten und Speisen wahrzunehmen. Wer einmal geschmeckt hat, wie lecker saisonal und handwerklich sauber gefertigte Lebensmittel sein können, wird gerne auf industrielle Massenproduktion verzichten – so die Überzeugung von Slow Food. Mit der Freude am genussvollen Essen ist auch die Verantwortung für gute, saubere und faire Lebensmittel verbunden. So unterstützt die Bewegung solche Betriebe in der Landwirtschaft, die weniger industriell, dafür aber im Einklang mit der Natur arbeiten; und das müssen keine zertifizierten Biobetriebe sein. Eine Heimat finden bei Slow Food auch regionale Köstlichkeiten: dies sind vor allem alte Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten, aber auch Produkte wie Käse und Wurst. Wer es schafft, ein Passagier auf der „Arche des Geschmacks“ zu werden, wird vor dem Aussterben gerettet.

Die Mitglieder von Slow Food organisieren sich in so genannten Tafelrunden, Convivien genannt. Allein in Deutschland gibt es über 70 solcher Gemeinschaften. Dort verkostet man gemeinsam, besucht regionale Produzenten und betreibt Netzwerkarbeit. Denn zum bewussten und verantwortungsvollen Genuss gehört auch das Engagement: so bringen die Mitglieder immer wieder lokale Entdeckungen mit Restaurants zusammen und schaffen so einen Mehrwert für alle Beteiligten. Auch Restaurants, Betriebe und Institutionen können sich bei Slow Food engagieren und Förderer werden. Dem geht allerdings eine eingehende Prüfung von Slow Food voraus, in der kontrolliert wird, ob der betreffende Betrieb die Philosophie der Bewegung auch in seiner Arbeit unterstützt. Diese Prüfung wird jedes Jahr wiederholt, um sicherzustellen, dass der Förderer das Emblem der Schnecke auch zu Recht tragen darf. Als ein solcher Förderer engagiert sich beispielsweise das Wellnesshotel Birke in Kiel: Zu seinen Slow-Food-Kochkursen im Restaurant Fischers Fritz werden Hersteller aus der Region eingeladen, die ihre Produktionsweisen und Produkte erklären. Und nach der Schulung wird gemeinsam gegessen, natürlich mit Langsamkeit und mit Genuss. Ganz im Zeichen der Schnecke.

(Bild: Hanna B / aboutpixel.de)

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